Auf einer Klippe über dem Meer stand ein kleiner Leuchtturm.
Er war nicht sehr hoch. Er sah nicht alle Boote, nicht alle Wellen und nicht alle Wasserwege in der Ferne. Das machte ihn traurig.
„Wozu bin ich gut, wenn ich nicht das ganze Meer erhellen kann?“, fragte er den Wind.
Eines Abends stellte eine alte Frau aus dem Dorf eine Laterne aus Salz in sein Fenster. Sie leuchtete nicht stark, aber ihr Licht war warm und beständig.
„Bleib bei mir“, sagte der kleine Leuchtturm.
Die Salzlaterne antwortete: „Ich kann nicht die ganze Welt erhellen. Ich kann nur hier ruhig weiterleuchten.“
In jener Nacht kam Nebel auf. Ein kleines Boot fuhr langsam zwischen den Felsen umher und fand den Hafen nicht. Der Leuchtturm wollte den ganzen Horizont sehen, aber der Nebel verdeckte fast alles.
„Ich schaffe es nicht“, murmelte er.
Die Salzlaterne leuchtete ein wenig heller.
„Such nicht das ganze Meer. Erhelle nur das nächste Stück des Weges.“
Der Leuchtturm atmete. Er schickte sein Licht zu einem Felsen. Dann zum ruhigen Wasser. Dann zur Einfahrt des kleinen Hafens.
Das Boot folgte diesen Zeichen, eines nach dem anderen, bis es nach Hause kam.
Am Morgen verstand der Leuchtturm: Man muss nicht immer weit sehen, um hilfreich zu sein. Manchmal reicht es, genau dort zu leuchten, wo jemand nach einem Licht sucht.
Und die Salzlaterne leuchtete weiter, still und freundlich.
