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Die Zitrone, die Sonne werden wollte

In einem sizilianischen Zitronenbaum am Meer träumt eine Zitrone davon, Sonne zu werden, bis sie entdeckt, dass ihr eigener Duft schon gebraucht wird.

Illustration zu Die Zitrone, die Sonne werden wollte

In einem Zitronenbaum nahe am Meer wuchs eine sehr ehrgeizige Zitrone.

Sie war gelb, rund und glänzend. Jeden Morgen sah sie die Sonne über dem Wasser aufgehen und seufzte.

„Ich will so werden wie sie.“

Die Blätter lachten leise.

„Du bist schon eine wunderbare Zitrone.“

„Das reicht nicht. Die Sonne erhellt alles. Ich hänge nur hier.“

Also versuchte die Zitrone jeden Tag, stärker zu leuchten. Sie hielt das Licht fest, blähte ihre gelben Wangen auf und drehte sich zum Himmel. Aber sie wurde müde.

Eines Abends sprach der Mond zu ihr.

„Warum willst du die Sonne sein?“

„Um nützlich zu sein. Damit mich alle sehen.“

Der Mond beleuchtete die Küche im Nachbarhaus. Eine Großmutter schnitt dort eine Zitrone auf, um ihrem erkälteten Enkel einen warmen Trank zu machen. Der Duft erfüllte den Raum. Das Kind lächelte.

„Sieh hin“, sagte der Mond.

In einem anderen Haus duftete ein Kuchen nach Zitronenschale. Am Hafen weckten ein paar Tropfen den Geschmack eines gegrillten Fisches. In einem Garten schützte eine Schale eine zarte Pflanze vor Ameisen.

Die Zitrone wurde still.

Sie konnte die Welt nicht wie die Sonne erhellen. Aber sie konnte Frische, Duft, Pflege und Geschmack schenken.

Am Morgen wollte sie nicht mehr jemand anderes werden. Sie blieb am Baum, gelb und stolz, und wartete auf den Augenblick, ihr Licht auf ihre Weise zu geben.

Und die Sonne schien ihr zuzuzwinkern.

Moral: Jeder hat ein eigenes Licht.
Montessori-Hinweis: Nach dem Lesen kann das Kind eine konkrete Handlung aus der Geschichte benennen und sie ruhig mit dem Gefühl des Abends verbinden.
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