Gelsomina wohnte in einem Haus mit einem Garten voller Minze, warmer Steine und Blumentöpfe.
Abends, wenn alles blau wurde, wollte sie gern auf die Terrasse steigen, um den ersten Stern zu sehen. Aber die Treppe wirkte dunkel und viel zu lang.
„Ich gehe nicht“, sagte sie.
In einer Nacht setzte sich ein Glühwürmchen auf die erste Stufe.
Dann ein zweites auf die nächste. Dann ein drittes.
Bald trug jede Stufe ein kleines Licht.
„Ist das für mich?“, fragte Gelsomina.
Das erste Glühwürmchen antwortete: „Ja, aber wir leuchten nur, wenn du den Fuß sanft setzt.“
Gelsomina versuchte es. Erster Schritt. Die Stufe leuchtete. Zweiter Schritt. Ein neues Licht erschien. Wenn sie sich beeilte, gingen die Glühwürmchen aus. Wenn sie atmete, kamen sie zurück.
Nach und nach war die Treppe nichts Beängstigendes mehr. Sie wurde zu einem Weg aus nahen kleinen Sternen.
Oben angekommen, sah Gelsomina den offenen Himmel, das Meer in der Ferne und einen echten Stern, der auf sie zu warten schien.
Seit jener Nacht lernte sie, schwierige Dinge Stufe für Stufe zu gehen: eine Frage, eine Anstrengung, eine Angst, ein Gute-Nacht.
Die Glühwürmchen waren nicht immer sichtbar. Aber Gelsomina wusste, dass sie jedes Mal zurückkamen, wenn sie ruhig weiterging.
