In einem Sommergarten lebte Lù, ein Glühwürmchen mit einem kleinen Lichtpunkt am Körper.
Es war sehr stolz darauf. Es leuchtete, um Blumen zu grüßen, Ameisen zu führen und Kommas in die Nacht zu zeichnen.
Aber eines Abends ging der Punkt nicht an.
Lù versuchte es noch einmal. Nichts.
„Ich habe ihn verloren!“
Die anderen Glühwürmchen kamen sofort.
„Wir leuchten für dich“, sagten sie.
Sie bildeten einen Kreis um Lù. Der Garten wurde hell, aber Lù blieb traurig.
„Euer Licht ist schön, aber es ist nicht meines.“
Da sprach das älteste Glühwürmchen sanft.
„Wir können nicht dein Punkt sein. Aber wir können bei dir bleiben, während du ihn suchst.“
Gemeinsam stiegen sie ins Gras hinunter. Lù erinnerte sich an den Tag: Es war zu schnell geflogen, wollte alle beleuchten und hatte vergessen, sich auf einem kühlen Blatt auszuruhen.
Es schloss die Augen. Es atmete die Nacht. Es spürte die kleinen Flügel, den Bauch, die Stille.
Ein winziger Glanz kam zurück.
Dann noch einer.
Sein Punkt leuchtete wieder, weicher als zuvor.
Seitdem dachte Lù nicht mehr, eine Freundin müsse alles an seiner Stelle reparieren. Es verstand, dass echte Freundschaft nahe bleibt und den Weg erhellt, bis das eigene Licht zurückkommt.
