In der Mitte eines kleinen Platzes floss ein niedriger Brunnen.
Die Kinder kamen nach dem Spielen, um ihre Flaschen zu fĂŒllen. Manche kamen zuerst, andere spĂ€ter. Manche sprachen laut, andere warteten still.
Eines Nachmittags verÀnderte sich der Brunnen.
Jeder Tropfen, der fiel, leuchtete wie eine Perle.
âDer gröĂte gehört mir!â, rief Dario.
Doch als er die HĂ€nde ausstreckte, wurde der Tropfen klein. Als Mina nĂ€herkam, die still gewartet hatte, fiel fĂŒr sie ein Tropfen mit demselben Licht.
Der Brunnen sprach.
âHier misst das Wasser nicht die Wichtigkeit der Stimmen.â
Die Kinder sahen einander an.
Dann versuchten sie es anders. Eine Reihe entstand. Jedes Kind bekam einen leuchtenden Tropfen: das gröĂte, das kleinste, der schnelle LĂ€ufer, das MĂ€dchen, das sich kaum zu fragen traute, das neue Kind im Viertel.
Die Tropfen waren verschieden geformt, aber gleich hell.
Dario runzelte die Stirn. âWenn alle etwas bekommen, bin ich dann nicht mehr besonders?â
Der Brunnen antwortete: âDu bist besonders. Die anderen auch.â
Dieser Satz blieb wie ein frischer Duft auf dem Platz.
Seitdem spielten die Kinder anders. Sie hielten einen Platz im Kreis frei, teilten die Kreide und hörten dem Kind zu, das leise sprach.
Und der Brunnen gab weiter seine gleichen Tropfen und erinnerte daran: Gerechtigkeit nimmt niemandem Wert. Sie erkennt ihn bei allen.
