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Der Delfin, der die Träume begleitete

Auf offenem Meer schwimmt ein Delfin neben einer Reihe von Träumen wie kleinen Booten und lernt, dass Begleiten nicht Schieben heißt.

Illustration zu Der Delfin, der die Träume begleitete

Delfì, der Delfin, schwamm in einem offenen Meer, in dem der Mond silberne Wege zeichnete.

Jede Nacht, wenn die Kinder einschliefen, kamen ihre Träume wie kleine Boote aufs Wasser. Manche fuhren schnell, manche drehten sich im Kreis, manche zögerten.

Delfì wollte helfen.

Zuerst schob er die Boote mit der Schnauze.

„Los, los, hier entlang!“

Aber die Träume wackelten. Einer verlor ein Segel. Ein anderer änderte seine Farbe. Ein dritter kehrte zum Ufer zurück.

Der Mond sagte: „Du schiebst zu sehr.“

„Aber ich will sie beschützen.“

„Dann schwimm neben ihnen. Nicht an ihrer Stelle.“

Delfì versuchte es. Er blieb neben dem ersten Boot, mit genug Abstand, damit es seine eigene Welle wählen konnte. Wenn es auf einen Felsen zutrieb, sang er leise. Wenn es Angst vor der Dunkelheit hatte, ließ er das Wasser um sich schimmern.

Die Träume kamen besser voran.

Delfì verstand: Begleiten heißt, da zu sein, ohne das Steuer zu übernehmen. Es heißt, Richtung anzubieten, ohne Freiheit wegzunehmen.

Seit jener Nacht schwamm er jeden Abend neben den kleinen Traumboten.

Und am Morgen wachten die Kinder mit dem sanften Gefühl auf, geführt, aber nicht gedrängt worden zu sein.

Moral: Begleiten bedeutet nicht schieben.
Montessori-Hinweis: Nach dem Lesen kann das Kind eine konkrete Handlung aus der Geschichte benennen und sie ruhig mit dem Gefühl des Abends verbinden.
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