Großmutter Cettas Küche roch nach Keksen, Zitrone und warmem Holz.
Milo saß gern am Tisch, während sie knetete, schnitt, aufräumte und kostete. Ihre Schürze hatte eine große Tasche, in die immer nützliche Dinge passten: ein Löffel, ein Faden, eine Nuss, ein Taschentuch.
Eines Nachts fiel ein Stern vom Himmel und rutschte in diese Tasche.
Großmutter Cetta wunderte sich nicht.
„Ah, da bist du ja.“
Milo riss die Augen auf. „Kennst du die Sterne?“
„Ich kenne Dinge, die kommen, wenn man sich kümmert.“
Der Stern leuchtete in der Tasche, wollte aber nicht heraus. Er mochte die Wärme des Stoffes, den Duft von Mehl und die Bewegung der Großmutterhände.
Jedes Mal, wenn Cetta eine kleine Liebesgeste tat, wurde der Stern heller: den Teig zudecken, auf zu heiße Milch pusten, den goldbraunsten Keks für Milo aufheben, eine Träne mit der Schürzenecke trocknen.
Milo verstand, dass Liebe nicht immer mit großen Worten erscheint. Sie versteckt sich in wiederholten Gesten, in Händen, die wissen, was zu tun ist, bevor man fragt.
Am Morgen stieg der Stern zurück in den Himmel.
Doch die Schürzentasche behielt einen feinen Glanz.
Und jeder Keks, der danach gebacken wurde, schmeckte nach vertrautem Licht.
