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Der kleine Fisch, der die Wellen zählte

In einem ruhigen Meer will ein kleiner Fisch alle Wellen zählen und entdeckt, dass manche Dinge besser erlebt als beendet werden.

Illustration zu Der kleine Fisch, der die Wellen zählte

Pippo, der kleine Fisch, liebte das Zählen.

Er zählte Blasen, Muscheln und Sonnenstrahlen im Wasser. Eines Abends beschloss er, die Wellen zu zählen.

„Eins, zwei, drei...“

Doch die Wellen kamen ohne Ende. Einige waren groß, andere klein. Manche mischten sich. Manche schienen zurückzukehren.

Pippo wurde ärgerlich.

„Ich werde nie fertig!“

Eine alte Schildkröte schwamm vorbei.

„Warum willst du mit den Wellen fertig werden?“

„Damit ich weiß, wie viele es sind.“

Die Schildkröte lächelte. „Und wenn ihre Schönheit gerade darin liegt, weiterzugehen?“

Pippo war nicht überzeugt, aber er versuchte anders zu zählen. Er wollte nicht mehr alle Wellen einfangen. Er sagte jeder, die vorbeikam, nur gute Nacht.

Gute Nacht, sanfte Welle. Gute Nacht, runde Welle. Gute Nacht, Welle, die das Seegras kitzelt.

Nach und nach wurde das Zählen zu einem Schlaflied. Pippo vergaß die genaue Zahl. Er spürte den Rhythmus. Sein Körper bewegte sich sanft mit dem Wasser.

Als die Nacht dunkler wurde, war er ruhig.

„Wie viele Wellen?“, fragte die Schildkröte.

Pippo antwortete: „Genug zum Schlafen.“

Seit jenem Abend zählte er weiterhin viele Dinge, weil er es liebte. Aber er lernte: Manche Wunder wollen nicht beendet werden.

Sie wollen begleitet werden.

Moral: Nicht alles muss fertig werden, um geliebt zu werden.
Montessori-Hinweis: Nach dem Lesen kann das Kind eine konkrete Handlung aus der Geschichte benennen und sie ruhig mit dem Gefühl des Abends verbinden.
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