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Der Mond und das Traumheft

Jede Nacht schreibt der Mond die vergessenen Träume der Kinder in ein Heft, damit sie sie ruhig wiederfinden können.

Illustration zu Der Mond und das Traumheft

Der Mond besaß ein Heft mit blauem Umschlag.

Er öffnete es nur nachts, wenn die Kinder schliefen und die Träume wie kleine Bänder über den Häusern schwebten.

Manche Kinder erinnerten sich morgens an ihre Träume. Andere verloren sie sofort.

„Das ist nicht schlimm“, sagte der Mond. „Ich bewahre sie ein wenig auf.“

Mit einem Stift aus Licht schrieb er: ein sprechendes Boot, eine Großmutter mit Flügeln, ein Hund, der zur Wolke wurde, eine Tür in einem Zitronenbaum.

Ein kleines Mädchen namens Sara wachte oft traurig auf.

„Ich träume nie.“

Der Mond ließ einen Strahl auf ihr Fenster sinken und legte eine leere Seite neben ihr Bett.

Am Morgen fand Sara eine ganz leichte Zeichnung: einen Stern in einer Tasse.

Sie lächelte. Vielleicht hatte sie doch geträumt.

In der nächsten Nacht legte sie einen Stift neben das Bett. Beim Aufwachen erinnerte sie sich nur an eine Farbe, dann an ein Wort, dann an ein sanftes Gefühl. Sie schrieb es auf.

Der Mond schloss zufrieden sein Heft.

Seitdem jagte Sara Träume nicht mehr wie Schmetterlinge, die man fangen muss. Sie begrüßte sie wie zarte Gäste.

Und der Mond schrieb weiter, damit selbst die kleinsten Träume wussten, dass sie ein Zuhause hatten.

Moral: Träume verdienen es, willkommen zu sein, auch wenn sie klein sind.
Montessori-Hinweis: Nach dem Lesen kann das Kind eine konkrete Handlung aus der Geschichte benennen und sie ruhig mit dem Gefühl des Abends verbinden.
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