Unter einer Decke aus Sternen wachte der Ätna.
Er war groß, dunkel und mächtig. Die Dörfer schliefen an seinen Hängen, doch in seinem Bauch lagen alte Geräusche.
„Ich muss immer stark bleiben“, dachte er.
Eines Nachts kletterte ein kleiner Fuchs auf einen Felsen und hörte ihn seufzen.
„Warum schläfst du nicht?“
„Ein Vulkan schläft nicht. Er muss groß sein.“
Der Fuchs gähnte.
Es war ein so langes, ruhiges Gähnen, dass selbst die Sterne sich zu strecken schienen.
„Versuch es“, sagte er.
Der Vulkan zögerte. Dann öffnete er langsam einen Mund aus Dampf. Statt eines Grollens ließ er einen großen warmen Atem hinaus.
Haaa...
Die Pinien wurden still. Die Steine wurden warm. Die Dörfer schliefen weiter.
„Ich habe nichts kaputt gemacht“, murmelte der Vulkan.
„Du hast nur ein wenig Müdigkeit losgelassen“, sagte der Fuchs.
Seit diesem Abend blieb der Ätna groß, aber er schämte sich nicht mehr für seine Pausen. Manchmal gähnte er sanft zum Himmel, und die Sterne blinkten zurück.
Er hatte verstanden: Eine Kraft, die ruht, wird nicht schwach. Sie wird weiser.
