Gri Gri, die Grille, wollte den perfekten Rhythmus spielen.
Sie versuchte es sehr schnell: kri-kri-kri-kri! Ihr Herz rannte zu sehr.
Sie versuchte es sehr langsam: kri... kri... Sie langweilte sich selbst.
Sie kopierte die Zikade, dann den Wind, dann die Schritte der Ziegen. Nichts fühlte sich richtig an.
Da hörte sie einen Rhythmus zwischen den Grashalmen.
Schh. Kri. Schh. Kri.
Gri Gri blieb stehen.
Die Wiese atmete. Die Gräser bewegten sich, ein Insekt ging vorbei, die Erde hielt die Wärme, ihr kleiner Bauch hob und senkte sich.
„Hör auf deinen Körper“, sagte ein Grashalm.
„Aber ich suche den richtigen Rhythmus.“
„Eben. Er ist nicht nur draußen.“
Gri Gri legte die Beine auf die Erde und wartete. Sie spürte ihr Herz, ihren Atem, ihre Müdigkeit, ihre Lust zu singen.
Dann spielte sie.
Kri... kri-kri... Pause... kri.
Es war nicht der Rhythmus der anderen. Es war ihrer. Und weil er wahr war, nahm die Wiese ihn auf.
Seit diesem Abend fragte Gri Gri nicht mehr: „Bin ich schnell genug?“ Sie fragte: „Höre ich mir zu?“
Und ihr Lied wurde zu einem kleinen Kompass für alle müden Tiere.
