Auf dem Dorfplatz stand eine große Palme und sah den Kindern beim Spielen zu.
Eines Nachmittags kam der Wind angerannt. Er trug einen viel zu großen Strohhut, den er dem Sommer abgeluchst hatte.
„Seht, wie elegant ich bin!“, rief er.
Doch er drehte sich zu schnell um den Brunnen, flog zwischen zwei Häusern hindurch, und der Hut segelte davon. Er blieb ganz oben in der Palme hängen.
Der Wind blies, drückte und wirbelte. Nichts. Je mehr er sich aufregte, desto fester saß der Hut.
„Ich brauche niemanden!“, sagte er.
Die Palme ließ ihre Blätter rauschen. „Auch der Wind darf fragen.“
Der Wind wurde still. Das war ungewohnt.
„Kannst du mir bitte helfen?“
Die Palme neigte ein langes Blatt. Nicht zu schnell, damit die Vögel sich nicht erschreckten. Der Hut rutschte sanft von Blatt zu Blatt und fiel schließlich auf die Bank.
Der Wind nahm ihn wieder, diesmal viel ruhiger.
„Danke.“
Der Platz wurde frisch, aber nichts wurde umgeworfen. Die Kinder lachten, weil der Wind zwischen ihnen hindurchzog, ohne Bänder zu stehlen oder Türen zu stoßen.
Seitdem schämte sich der Wind nicht mehr, um Hilfe zu bitten, wenn er etwas verlor: einen Duft, ein Blatt, eine Idee.
Und die Palme hielt immer ein Blatt bereit, falls ein Hut wieder herunterkommen musste.
