In den steilen Gassen von Gangi sank der Abend langsam herab, mit Salz in der Luft und warmen Farben an den Mauern. Ciccio kannte diese Stunde gut: Die Häuser wurden still, die Fenster sahen aus wie kleine Lampen, und das Meer sprach leiser als am Tag.
In dieser Nacht war jedoch etwas nicht leicht. Sein Freund Turi konnte nicht einschlafen, weil jedes Kissen falsch lag und jeder Gedanke wach blieb. Das Gefühl war nicht riesig, aber es war echt; und in einer Gutenachtgeschichte verdient auch ein kleines Gefühl einen Platz, eine Decke und ein wenig Geduld.
Dann schenkte die Nacht ihr sanftes Geheimnis: ein alter kleiner Karren rollte von selbst heran und trug Kissen, die mit jeder ruhigen Entscheidung ihre Form änderten. Es kam nicht mit Lärm. Es kam wie ein Flüstern, als würde ganz Sizilien die Stimme senken, damit ein Kind verstehen konnte.
Ciccio beeilte sich nicht. Zuerst kam ein Atemzug, dann ein Blick, dann eine vorsichtige Entscheidung. Ciccio wählte nicht für Turi. Er bot ein Kissen für die Schultern, eines für die Knie und eines für den Gedanken an, der bis zum Morgen warten durfte. Nichts musste erobert werden; alles durfte bemerkt werden.
Nach und nach veränderte sich das Problem. Es verschwand nicht sofort, aber es wurde kleiner, vertrauter, fast freundlich. Der Mond blieb über den Dächern, die Luft roch nach Blättern und Meer, und die kleine Magie folgte dem Takt eines ruhigen Herzens.
Als Turi das letzte kleine Kissen wählte, hörte der Karren auf zu knarren. Der Schlaf kam langsam, nicht wie ein Befehl, sondern wie eine Decke, die das richtige Bett gefunden hatte.
Und als der Schlaf endlich kam, fiel er nicht plötzlich herab. Er kam leise, wie ein warmes Laken, das achtsam hochgezogen wird.
Leseritual: Langsam lesen und zwischen den Szenen einige Sekunden Stille lassen.
