Im kleinen Hafen von Marzapane wartete Nina, das blaue Boot, zwischen zwei großen Fischerbooten und träumte vom offenen Meer.
Sie wollte, dass der Wind sie weit und schnell hinaustrug, denn sie hatte genug davon, “die Kleine” genannt zu werden.
Ein süßer Wind kam, nach wildem Fenchel und sauberem Seetang duftend, doch er schob sie nicht hinaus, sondern sanft zum Steg. Es kam nicht wie eine Lektion, sondern wie eine kleine Veränderung in der Luft: sanft genug, damit die Nacht lebendig wirkte.
Dort fand Nina Peppe, ein Papierboot, das in einem Faden festhing und sich vor jeder kleinen Welle fürchtete.
Die Figuren beeilten sich nicht. Sie trafen eine vorsichtige Entscheidung, dann noch eine, und die Geschichte öffnete sich vor ihnen wie ein ruhiger Weg am Meer.
Indem Nina langsam fuhr, erzeugte sie genau die richtige Strömung, befreite ihn und begleitete ihn bis zum Mondschein im Hafen.
In jener Nacht lernte sie, dass eine Reise nicht wichtig ist, weil sie lang ist, sondern weil sie dorthin führt, wo jemand Hilfe braucht.
Als die Nacht wieder weich wurde, konnte das zuhörende Kind etwas Einfaches mitnehmen: Nicht alles muss erzwungen werden; manches wird klar, wenn wir behutsam gehen.
Leseritual: Langsam lesen, mit sanften Pausen zwischen den Szenen und einer ruhigen Gute-Nacht-Stimme.
